Microvert 80m nach DL7PE

Da mir eine Möglichkeit fehlt auf 80m qrv zu sein habe ich mich dazu entschlossen einen Versuch mit einer Microvert Antenne nach DL7PE zu unternehmen.

Auf einigen Seiten im Internet ist zu sehen dass OM Jürgen Schäfer, DL7PE, massiv gegen Menschen vorgeht die Details zu den Microvertantennen veröffentlichen. Über dieses Vorgehen möchte ich jetzt an dieser Stelle nicht urteilen. OM Schäfer hat die Rechte an der Antenne und wenn er sich dafür entscheidet die Details zu dieser Antenne nicht über diesen Weg verbreiten zu lassen, dann ist das erstmal zu respektieren. Ich erwähne das an dieser Stelle auch nur um den Grund für meinen recht oberflächlichen Bericht zu nennen. Hier werde ich nur über meine Erfahrungen berichten.

Wer mehr Infos zu den Microvertantennen wünscht möge sich direkt mit OM Schäfer über dessen Homepage in Verbindung setzen. Er ist leicht über eine Suchmaschine zu finden.

Entscheidung für den Bau:
Wie bereits erwähnt hatte ich bisher keine Möglichkeit Funkbetrieb auf dem 80m Band zu machen. Den Platz für eine hoch und frei hängende Langdrahtantenne habe ich leider auch nicht. Daher blieb mir nur nach einer Lösung zu suchen die wenig Platz benötigt und mit relativ geringem Aufwand an Material und Bearbeitung zu realisieren ist. Die Wahl fiel dann schnell auf die Microvert.

Materialbeschaffung:
Die Beschaffung des Materials für den Aufbau war recht einfach. Dank der guten Dokumentation mit Materialliste für jedes Band wurde ich im Baumarkt meines Vertrauens schnell fündig. Bei der hier realisierten 80m Version konnte man z.B. einen Alubesenstiel ohne weitere Bearbeitung als Strahler verwenden.

Aufbau:
Auch der Aufbau der einzelnen Komponenten ging schnell und reibungslos von der Hand. An Werkzeug war nur eine kleine Säge, ein Schraubendreher, Seitenschneider, Messer und Lötkolben nötig.
Beim Wickeln der Spule dient der Spulenkörper auch gleich als Handgriff. Hier sollte man die Länge des Kupferlackdrahts sehr großzügig halten da je nach gewünschtem Resonanzpunkt beim Ablgeich noch Windungen zugegeben werden müssen. Hier hat es sich für mich als Fehler erwiesen die Windungszahl der Dokumentation zu übernehmen und die Spule fertig zu montieren. Beim Abgleich war es dann nötig die Spule zu verlängern.
Der Strahler passt genau in das Rohr des Spulenträger und kann damit verschraubt werden. Will man die Antenne am Fußpunkt in einen Halter schrauben kann man das Plastikrohr des Spulenträgers noch mit einem Rundholz verstärken.
Die nötige Mantelwellensperre habe ich mit RG-58 Kabel gebaut. Einfach auf einen Durchmesser von ca. 20cm das Kabel 5 - 8 mal aufwickeln und mit Kabelbinder fixieren.

Abgleich:
Der Abgleich der Microvert gestaltet sich mehr als merkwürdig. Vielleicht liegt das am Konzept der Antenne dass es keine klaren Verhältnisse gibt. Es gehen in die Resonanz so viele Faktoren ein dass ein Abgleich vor der endgültigen Montage kaum möglich ist.
OM Werner, DF1NH, hat mir beim Vorabgleich geholfen. Wir haben in seinem Shack den Resonanzpunkt der Antenne auf die QRG 3.560kHz gezogen. Dabei stellten wir schon fest wie stark sich eine Lageveränderung der strahlenden Leitung auf das SWR auswirkt. Die Befürchtungen dass die Antenne nach Montage auf dem Dachboden einen anderen Resonanzpunkt hat, hatte sich dann auch bestätigt. Die vorher auf 3560kHz resonante Antenne hatte ihren Resonanzpunkt wieder um mehrere 100kHz verschoben.
Die Antenne ist bei mir auf dem Dachboden mit einer Leine an einen Dachbalken frei hängend befestigt. Das strahlende Kabel bis zur Mantelwellensperre habe ich ohne Kreuzungen teils hängend teils liegend untergebracht.
Nachdem ich von der Spule nocheinmal ca. 15 Windungen entfernt hatte, war die Antenne in der gewünschten Resonanz.

Erste Tests:
Im Shack bediene ich mich zur Zeit dem eingebauten SWR Meter des FT-817. Ich stelle fest dass die Balkenanzeige im Bereich von 3572.65kHz - 3523.12kHz keinen Ausschlag zeigt.
Ein erster Test mit OM Werner, DF1NH, in 4.6km Entfernung zeigte ein Signal von S7 bei einer Ausgangsleistung von 5 Watt und der zur Mittagszeit üblichen Tagesdämpfung. Getrieben vom Experimentiergeist habe ich dann noch ein Dämpfungsglied von -17dB eingeschleift und damit 10mW über 50m RG-58 zur Microvert geschickt. Selbst da konnte OM Werner noch mein Signal deutlich lesen.

Fazit:
Es hat Spaß gemacht die Antenne zu bauen und ich bin nun sehr gespannt welche QSO Partner ich damit erreichen werde. Einen Logbuchauszug werde ich nach einiger Zeit hier veröffentlichen.
Die Antenne wirkt durch ihr extrem umgebungsabhängiges Verhalten etwas merkwürdig und strapaziert auch die Geduld. Wenn sie aber dann doch die gewünschte Resonanz hat, dann mag sie doch überzeugen.
Für einen OM mit wenig Platz sicher ein guter Weg auf 80m qrv zu werden.

An dieser Stelle möchte ich noch dem am 16.05.2005 verstorbenen OM Gerhard, DC6NG, danken, der letzten Endes bei mir den Ausschlag gab diese Antenne zu bauen. Danken möchte ich auch OM Werner, DF1NH, für seine unermüdliche Unterstützung beim Bau, Abgleich und Test der Antenne.